Die Wehrmachtsausstellung: Das Ende der Legende von der „sauberen Wehrmacht“ und die neuen Legenden

Feldmarschall Keitel unterschreibt die Kapitulation der Wehrmacht
Bild: Gemeinfrei)

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Hannes Heer am Dienstag, 08.05.2018 um 19:00 Uhr.
Veranstaltung in Kooperation mit der vhs Vogelsbergkreis

Räume der vhs in Lauterbach
Obergasse 44, Raum 18

Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht vor den Alliierten. In Europa war der 2. Weltkrieg beendet.
Erst am 8. Mai 1985 hat der damalige Bundespräsident von Weizsäcker in seiner berühmt gewordenen Rede erklärt, dass der 8. Mai ein Tag der Befreiung gewesen wäre. Er hat damit nachhaltig die deutsche Erinnerungskultur geprägt.

Im Zusammenhang mit der Neugründung der Bundeswehr sah sich die Bundesregierung zu einer Ehrenerklärung für die Wehrmacht gezwungen. Das verlangten die zukünftigen Generale der Bundeswehr. Bundeskanzler Adenauer sagte: „Aber der Prozentsatz derjenigen, die wirklich schuldig sind, ist so außerordentlich gering und so außerordentlich klein, daß – das möchte ich auch in diesem Zusammenhang sagen – damit der Ehre der früheren deutschen Wehrmacht kein Abbruch geschieht“.

Im März 1995 präsentierte das Hamburger Institut für Sozialforschung erstmals die unter Leitung von Hannes Heer realisierte Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“. Sie demontierte die Legende, wonach ausschließlich die SS für alle Verbrechen verantwortlich gewesen, die Wehrmacht aber in Erfüllung ihrer militärischen Pflicht «sauber und anständig» geblieben sei.

Hannes Heer zeigt nun auf, wie heute in Publizistik, Literatur und Film neue Legenden um den Krieg und die Wehrmacht entstehen.

Hannes Heer war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung und zeichnete für die erste Wehrmachtsausstellung verantwortlich. Seit seinem Ausscheiden dort arbeitet Heer als freier Autor, Herausgeber, Regisseur und Ausstellungsmacher. Unter anderem untersuchte er ab 2006 im Rahmen des Ausstellungsprojektes «Verstummte Stimmen» anhand der Opernhäuser Hamburg, Berlin, Stuttgart, Darmstadt und Dresden die aus rassischen und politischen Gründen erfolgte Vertreibung und Verfolgung von künstlerischem und technischem Personal im Dritten Reich.

 

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